25 Jan

Film: „Ali Zaoua“ (Die Straßenkinder von Casablanca)

Chronik der Stadt Mannheim

  1. November 2000

Im Stadthaus N 1 werden zum Abschluss des 49. Internationalen Filmfestivals Mannheim-Heidelberg, das 60.000 Besucher verzeichnet, in Anwesenheit von Oberbürgermeister Gerhard Widder und Oberbürgermeisterin Beate Weber die Preise verliehen: der Filmkunstpreis von Mannheim-Heidelberg in der Kategorie Bester Spielfilm in Höhe von 20.000 DM geht an Nabil Ayouch (Marokko) für „Ali Zaoua“ (Die Straßenkinder von Casablanca)

 

(https://stadtarchiv.mannheim.de/chronikstar/public_html/index.php?start=26442&sort=8)

 

Über den Film

 

Ali Zaoua – Auf den Straßen von Casablanca

Heidelberg Karlstor Juli 2002 | Marokko/Frankreich/Belgien 2000 | Regie: Nabil Ayouch | 100 min. | 35 mm | arabisches Original mit deutschen Untertiteln.

Der Hafen von Casablanca ist das Zuhause von Ali, Kouka, Omar und Boubker. Sie sind Straßenkinder, leben um zu überleben, ohne Ziel und ohne einen Ort, an den sie sich zurückziehen können. Die vier bilden eine Gang, denn Freundschaft ist ihre einzige Chance. Diese wird auf eine harte Probe gestellt. Ali, der davon träumt, eines Tages als Seemann um die Welt zu fahren, wird bei Auseinandersetzungen mit einer rivalisierenden Straßenbande getötet. Seine Freunde möchten ihn nicht einfach so liegen lassen, sondern wollen ihm ein „königliches“ Begräbnis organisieren. Dazu müssen sie eine Insel mit zwei Sonnen finden, von der Ali ihnen immer erzählt hat. – Regisseur Nabil Ayouch hatte die Idee zu seinem Film, als er Najat M’jid kennen lernte, die Leiterin der Hilfsorganisation Bayti, die sich den Kampf gegen die Ausgrenzung von Straßenkindern zu ihrem Ziel gemacht hat. Dadurch kam Ayouch in Kontakt mit deren Streetworkern und erhielt Zugang zur Welt der Straße, zur Welt dieser Kinder und ihrer Art, miteinander umzugehen und zu denken. Dabei fand er auch die Darsteller für sein Filmprojekt, das alles andere ist als eine Dokumentation, sondern in ein städtisches Märchen übergeht. – Mit „Mektoub“ drehte Ayouch vor wenigen Jahren bereits einen politischen Film, der zugleich als erster marokkanischer Film für einen Oskar nominiert wurde. Auch „Ali Zaoua“ repräsentierte Marokko bei der Oskar-Wahl, und mit seinen vielen Auszeichnungen auf internationalen Festivals, so in Mannheim-Heidelberg, Montreal, Brüssel oder auf dem Panafrikanischen Filmfestival in Ouagadougou, dürfte er einer der höchstprämierten Filme der letzten Jahre überhaupt sein.

(https://www.karlstorkino.de/programm/ali-zaoua/)